Arbeitstitel Andorra II


Roman (Umfang ca. 500 - 600 Seiten)

Anknüpfend an das Buch „Ohne Lüge Leben“ möchte ich darstellen, wie das Leben in Westdeutschland Ende der 70-iger Jahre bis hinein in unsere heutige Zeit, aus der Sicht eines Ostdeutschen war.

Ich beginne mit der Beschreibung der unterschwelligen Herabwürdigung, mit der Ostdeutsche, als nicht zu Deutschland gehörige Mitbürger, von den Westdeutschen, ausgegrenzt wurden. (übrigens einer der Gründe für das heutige Anti-Verhalten in Ostdeutschland).

… und wann bist Du denn dann nach Deutschland gekommen? Mit dieser Frage reagieren sogar heute noch viele Westdeutsche, wenn sie erfahren, daß jemand in Ostdeutschland aufgewachsen ist. Für die Westdeutschen war Deutschland eben nur die Bundesrepublik. Ostdeutschland war Ausland, russische Provinz oder so.

Mein Protagonist erlebt, wie sich Handlungsweisen aus der Nazizeit auch in der heutigen Generation wiederfinden und daß diese Handlungsweisen vererbt werden und auch nichts mit der Nation zu tun haben. Er begreift, es wäre falsch mit dem Finger auf Mitläufer des Vichy- oder SED-Regimes zu zeigen, denn der Mitläufer/Opportunist als auch Dietrich Bonhoeffer oder Claus Schenk Graf von Stauffenberg, sind in uns enthalten. Der Verweis auf das Böse in einer Nation, mit der wir heute über Serben urteilen oder über den Völkermord der Hutu an den Tutsi sprechen, lenkt uns nur davon ab, nach den eigentlichen Ursachen in unserem Menschsein zu Forschen.

Mein Protagonist wird bei seinen vielen Reisen dabei auch ein Verständnis für das Verhalten an beiden Seiten des Gaza-Streifens, um nur ein Beispiel zu nennen, entwickeln.

Er erlebt weiterhin, wie sich das Engagieren oder aber das Wegschauen als vererbter Reflex in der Familie, von den Großeltern bis zu den Enkeln wiederholt.

In den Jugendjahren bereift er, daß sein Menschsein auch bedeutet, daß er determiniert durch Testosteron, Pheromone u.a. auch zum Beispiel seine Partnerwahl trifft und daß er sich selbst nur dann als frei begreifen kann, wenn er akzeptiert, daß er „fast“ nichts aus wirklich eigenem Entschluß tut. Seine Reifung ist zu erkennen, das Freiheit nur das kleine Stück hinter dem Fast ist. Und damit habe ich auch den Anschluß an mein erstes Buch hergestellt, das vom Finden der Freiheit in sich selbst handelte.

Schon als Jugendlicher habe ich mit dem Schreiben begonnen. Für mich ist Literatur nicht nur Schreiben, berichten, erzählen, sonder auch Malen, Rhythmus und Geruch.

Ich nehme den Leser durch meine Erzählung in der Ich-Form mehr mit in die Geschichte hinein, als es die Art des auktorialen Erzählers, der quasi neutral aus einer Vogelperspektive berichtet, tun kann. In meinen Beschreibungen der Gedanken- und Gefühlswelt, beziehe ich immer auch die Musik als Stilelement mit ein.